Schule und Bücherei nutzen die Vielfalt der Medien zum Lesen

Leseförderung im Verbund der Medien - mal anders als auf dem Papier.

Hüttenthal. Mit Spaß zum Lesen - und wenn der Computer mithilft - umso besser. Und just jene Erkenntnis sowie die Überlegung, das Nützliche mit dem Praktischen zu verbinden, brachte die katholische öffentliche Bücherei St. Sophia in Erbach mit der Grundschule von Mossautal zusammen.

Für Willi Weiers, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Team der 2003 mit dem Hessischen Bibliothekspreis ausgezeichneten Bücherei, geht es darum, „Leseförderung auf eine andere als die gewohnte Art“ den Kindern anzubieten. „Das Zeitalter der Bücherkiste, aus dem die Kinder sich etwas heraussuchen, geht zu Ende,“ so Weiers. Lange in der Branche zuhause, die die Tür zur Welt öffnet, setzt er auf das Medium Internet, das Kinder noch neugieriger aufs Lesen machen soll. Wie das konkret aussieht, demonstriert Silke Lenz, Klassenlehrerin der 3b, mit ihren Sprösslingen im PC-Raum der Schule in Hüttenthal: Auf der großen Leinwand spielt sich dasselbe ab, wie auf den rund zwanzig Monitoren der Computerarbeitsplätze. Die Kinder öffnen die Internetseite der Schulbibliothek und haben Zugriff auf über 7.200 Titel.

Neugierig stöbern die Kinder am PC im Angebot und schauen sich die Beschreibungen der Bücher an. Der neunjährige Jonas aus Unter-Mossau staunt nicht schlecht: „Toll, wenn man sieht, wie viele Bücher es gibt.“ Er interessiert sich zwar mehr für Fußball, befolgt aber genauso wie die anderen Kinder die Anweisungen der Lehrerin. Sie nutzt das Medium, um die Klasse auf den Wettbewerb der „Stiftung Lesen“ vorzubereiten. Alles soll sich um Roboter drehen – die Aufgabe lautet: bis Ende April Geschichten erfinden und einen Roboter basteln. Geschickt öffnet die achtjährige Alicia aus Unter-Mossau die Themenübersicht und sucht sich ihr Buch aus: „Computer und Roboter“ von Volker Korndörfer. Zuhause bevorzugt sie Bücher über Pferde. Jonas hat sich für die Erzählung „Der Zauberer von Oz“ von L. Frank Baum entschieden.

„Schreibt eueren Wunschtitel auf ein Blatt Papier. Danach senden wir eine eMail an die Bücherei und lassen uns die Bücher reservieren“, lautet der nächste Schritt. Ganz nebenbei üben die Kinder so kurze Texte am PC zu verfassen. Ein Mausklick auf „senden“ und Tage später kann das gewünschte Buch abgeholt werden. „Allein mit 4.500 Titel trägt die katholische Bücherei zur Auswahl bei“, erklärt Weiers die Zusammenarbeit mit der Schule. Mit im virtuellen Katalog sind seit einigen Wochen auch die Büchereien der Schule am Treppenweg und der Schule am Sportpark in Erbach. Die Bildungseinrichtungen haben sich zu einer gemeinsamen vernetzten Bibliothek zusammen getan, um den Schülern eine größere Auswahl anbieten zu können und sie zugleich am Computer neugierig aufs Lesen zu machen. Natürlich lassen sich so auch Bücher über Fußballstars und Pferdeliebhaber ausleihen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit der Bücherei mit Grundschule Mossautal ist so ein interessantes Projekt entstanden das, neben der klassischen Formen der Leseförderung wie Bücherkisten, Vorleseveranstaltungen und Lesewettbewerbe, ganz am Anfang ansetzt - nämlich dort, wo Leseförderung überhaupt erst ermöglicht wird. Die zugrunde liegende Technik wurde mit Fa. IBTC, Haigerloch, entwickelt. Mehr dazu gibt es im Internet: der gemeinsame Katalog unter http://www.buechereiarbeit.de/schulen und über die Zusammenarbeit der Büchereien unter www.KoebErbach.de

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Willi Weiers, Katholische öffentliche Bücherei St. Sophia in Erbach; Silke Lenz, Klassenlehrerin der 3b und zuständig für die Schulbibliothek der Grundschule Mossautal, der 9jährige Jonas und dahinter die 8jährige Alicia

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